Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Analysen kultureller Repräsentationen

In meinen Beiträgen zu einer Methodologie der Repräsentationsanalyse, die durch den anthropologischen Strukturalismus französischer Tradition geprägt sind, behandele ich von je aktuellen Zeitkontexten inspirierte thematische Varianten. Sie verstehen sich als methodische Grundlagen einer komplexen Kulturanalyse, in der Texte, Bilder, Vorstellungen und Artefakte als Diskurse im Kontext von Macht- und Ungleichheitsrelationen interpretiert werden. Dabei werden semiologische Zugänge als Verfahren aufgesucht und erprobt, um den methodischen Anforderungen an Komplexität gerecht zu werden, wie sie Alltagskulturen im Spannungsfeld von individueller Praxis, Gesellschaftsnorm und Marktinteresse in ihrer Vielfalt und Mehrdeutigkeit stellen.

Eine sozialwissenschaftliche ›linientreue‹ Orientierung an geschlossenen und formalistischen Theoriegebäuden und Methoden hat sich in der Vergangenheit in den ethnologischen Fächern wenig bewährt. Durchgesetzt hat sich vielmehr ein offen-reflexiver Zugriff auf verschiedene empirieangepasste Deutungsangebote und deren Kombinierung. Die Hermeneutik des qualitativen handlungs- und erfahrungswissenschaftlichen Zugangs verlangt von jeder Themenabhandlung die Entwicklung einer je eigenen Logik der Argumentation. Ihre Kriterien der Wissenschaftlichkeit sind gegenstandsbezogene Sorgfalt, forschungsfeld-induzierte Behutsamkeit und Nachvollziehbarkeit, aber nur schwerlich die Generalisierbarkeit. Dem kommt strukturalistisches Denken entgegen, da es den Konstruktionscharakter von Kultur sichtbar und analysierbar macht. Gerade im Hinblick auf den Umgang mit Repräsentationen sollen die hier versammelten Analysen sowohl Eignung und Anpassungsfähigkeit als auch kulturwissenschaftlichen Erkenntniswert semiologischer Verfahren verdeutlichen.

Publikationen

2018 Französische Ethnologinnen im Widerstand. Kulturanalytische Zugänge zu einer europäischen Fachgeschichte. In: Burkhard Pöttler et al. (Hg.): Fundstücke europäisch-ethnologischen Forschens. Eine Festschrift für Helmut Eberhart. Münster u.a., 21-40.

2018 Helden, Widerstand und Alltag. Die französische Résistance im Zweiten Weltkrieg. In: Dies., Toni J. Krause, Justin Winkler (Hg.), Heros. Repräsentationen des Heroischen in Geschichte, Literatur und Alltag. Bielefeld, 219-246 (mit Justin Winkler).

2016 Kultur, ein Theater der Komplikationen. Unfertige Gedanken zum Selbstmordattentat. In: MAKUFEE. Online-Schriften aus der Marburger Kulturwissenschaftlichen Forschung und Europäischen Ethnologie, Band 7/2016, 1-22.

2011 Das Hotel, das Reisen und der Alltag. In: Voyage. Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung: DAs Hotel. Berlin: Metropol (mit Nikola Langreiter und Klara Löffler), S. 170-191.

2010 Ordnung ist nur das halbe Leben … In: Nikola Langreiter, Johanna Rolshoven, Martin Steidl, Margret Haider (Hg.): bricolage 6: SOS – Sauberkeit Ordnung Sicherheit in der Stadt. Innsbruck: innsbruck university press (Innsbrucker Zeitschrift für Europäische Ethnologie), 7-22 (mit Nikola Langreiter und Martin Steidl).

2010 Fremdheit is ordinary. Kulturthema Fremdheit in der Kritischen Kulturwissenschaft. In: Nils Grosch, Sabine Zinn-Thomas (Hg.), Fremdheit – Migration – Musik. Kulturwissenschaftliche Essays für Max Matter. Münster: Waxmann, 11-22.

2009 Zur Dialektik von Vertrautheit und Fremdheit in der Moderne. In: Marion Wohlleben (Hg.), Fremd, vertraut oder anders? Beiträge zu einem denkmaltheoretischen Diskurs. München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 19-23.

2005 Die Küche, das unbekannte Wesen. In: Klaus Spechtenhauser (Hg.), Die Küche. Edition Wohnen, Bd. 1, Basel: Birkhäuser, 9-15.

2005 Der kochende Mann. Kulturanalytische Betrachtungen zur neuen Küchenkultur. In: Gabi Muri et al. (Hg.), Die Alltagsküche. Festschrift zum 60. Geburtstag von Ueli Gyr. Zürich: IPK, 138-142.

2005 Passage – Moratoire – Retraite. In : Jeunesse Aujourd’hui. Analyse sociologique de la jeunesse et des jeunes dans une société en mutation rapide. In : Actes de la rencontre autour de Michel Vuille. Ed. Service de la Recherche en Education. Département de l’instruction publique. Genève 2005, 21-26.

1999 Repräsentationen des modernen Lebenslaufes in der Werbung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde: Alltag und Medien (Zürich), 211-224.

1999 Berge, Menschen, Dinge. Eine Annäherung an Schweizer Alpen-Passionen. In: Siegfried Becker, Claus-Marco Dieterich (Hg.), Berg-Bilder. Gebirge in Symbolen – Perspektiven – Projektionen. Marburg: Jonas (mit Justin Winkler), 81-96.

1998 Der Tod, die Trauer und das Lachen. Ein kulturwissenschaftlicher Beitrag zu den Formen der Trauer und zum Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft. In: Sabine Bode, Fritz Roth, Der Trauer eine Heimat geben. Für einen lebendigen Umgang mit dem Tod. Bergisch Gladbach, 195-239.

 

Univ.-Prof. Dr.phil.

Johanna Rolshoven

Univ.-Prof. Dr.phil. Johanna Rolshoven Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie
Telefon:+43 316 380 - 2584

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.