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Die spanischen Spectators

Im Rahmen des vorliegenden Projekts planen wir die formale wie thematische Auswertung der spanischen Moralischen Wochenschriften El Pensador, El Censor, La Pensadora gaditana, El Corresponsal del Censor und El Duende crítico. Am Beispiel dieser Zeitschriften soll illustriert werden, wie die Strategien der Fiktionalisierung in den Texten zum Ausdruck kommen und in welcher Form sie im Spannungsfeld von inszenierter Mündlichkeit und Schriftlichkeit zu beobachten sind. Das heißt, daß vorrangig die Konstruktionsprinzipien der spanischen Spectators in ihrer narratologischen Feinstruktur zu untersuchen sind.
Zu analysieren ist im weiteren das auf diese Weise inszenierte Spiel von Maskierung und Demaskierung, das insbesondere über narrative Filter verläuft, die subtil in das Kommunikationssystem der Wochenschriften eingeschoben werden. Es soll systematisch beschrieben werden, wie die betreffenden Mikroerzählungen die Vermittlung der neuen Werte des 18. Jahrhunderts strukturieren und ein Gegenangebot zum traditionellen Diskursschema liefern. Auf diese Weise kann nachvollzogen werden, in welchem Ausmaß die für die Spectator-Nachahmer notwendige Differenz der Beobachtung sichtbar wird und wie sich daraus eine fiktionalisierte Diskussion entspinnt, die den Erzählinstanzen gleichzeitig auch ein hohes Maß an Diskretion sichert.
Was die thematische Darstellung der Moralischen Wochenschriften betrifft, so wurde eine systematische Untersuchung von El Pensador und El Censor in ersten Ansätzen bereits durchgeführt, während La Pensadora gaditana, El Corresponsal del Censor wie auch El Duende crítico – gewissermaßen prospektiv – dringend einer genauen Aufbereitung bedürfen. In einem dritten Schritt sind die Intertextualitätsphänomene zu untersuchen. Zu beginnen wäre im vorliegenden Projekt mit der Einbettung der genannten Titel in den europäischen Gesamtzusammenhang. Nach einer Sichtung möglicher konkreter Vorlagen, insbesondere französischer und italienischer Modelle, aber auch des englischen Originals, sind Frequenzstudien geplant, die die Zusammenhänge und Verlaufsprozesse der Rezeption nachzeichnen. Sowohl auf thematischer wie auch auf formaler Ebene ließen sich dadurch etwaige Verflechtungen der Wochenschriften mit ihren europäischen Pendants erkennen, die synoptisch in einem breiter gefaßten Rahmen veröffentlicht werden könnten. Damit wäre auch der Grundstein für den Aufbau einer Datenbank gelegt, die zur Erfassung sämtlicher Texte der Gattung notwendig ist.

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