Doktorandenseminar im Energierecht
Vom 4. bis 8. März 2026 fand wieder das jährliche Doktorandenseminar im Energierecht der Universitäten Bochum (Prof. Dr. Christian Pielow), Graz (Univ.-Prof. Dr. Stefan Storr) und Luzern (Prof. Dr. Sebastian Heselhaus) mit 30 Teilnehmern und Teilnehmerinnen statt, diesmal in Zell am See. Mehrere Tage wissenschaftlicher Vorträge, intensiver Diskussionen, fachlicher Impulse und persönlicher Begegnungen haben erneut gezeigt, wie wertvoll dieses Format für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Energierecht ist.
Inzwischen hat sich ein grenzüberschreitendes Netzwerk gebildet. Inhaltlich spiegelten die Vorträge zentrale Herausforderungen der Transformation der Energiesysteme wider:
• Simon Thoma (Luzern) zum rechtlichen Rahmen der Implementierung von CCS-basierten Negativemissionstechnologien (NET)
• Julius Anton Wiegemann (Bochum) zur CO₂-Speicherung und ihrer begrifflichen Einordnung in der öffentlichen Debatte
• Emil Kindler (Bochum) zum Rechtsrahmen für die Nutzung von Landstrom in See- und Binnenhäfen
• Fabian Blazek (Würzburg) zur Regulierung der Fernwärmeversorgung
• Marius Brinkmann (Bochum) zum Anschluss- und Benutzungszwang für kommunal geplante erneuerbare Wärmenetze
• Henning Blücher-Januszkiewicz (Bochum) zur Zukunft der Gasverteilernetze
• Anna Zeller (Graz) zum Netzentgeltregime beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur
Begleitet wurden diese Beiträge durch Impulsvorträge von
• Prof. Dr. Maria Bertel (Graz) zu Erneuerbaren Energien und Denkmalschutz,
• Prof. Dr. Sebastian Heselhaus (Luzern) zu den Stromabkommen im Rahmen der Bilateralen III,
• Prof. Dr. Marc Knoppe (Ingolstadt) zu hybrider Kriegsführung und Angriffen auf kritische Infrastrukturen,
• Prof. Dr. Sven-Joachim Otto (Düsseldorf) zur Zukunft der Stromverteilernetze in Deutschland.
Die Transformation der Energiesysteme verläuft in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich, geprägt durch nationale energiepolitische Entscheidungen. Gleichzeitig bestehen – nicht zuletzt aufgrund der europäischen Regulierung – zahlreiche gemeinsame rechtliche und regulatorische Strukturen.