Dr. Stefan J. Koch
Projektkoordinator/Postdoctoral Research Fellow
Ich heiße Stefan J. Koch und bin romanistischer Sprachwissenschaftler. Seit Oktober 2024 arbeite ich an der Universität Graz als Projektkoordinator und Postdoctoral Research Fellow im FWF-geförderten Forschungsprojekt P37209 “The Second Way: Prepositional adverbials in primary dialects of Romance”. Zuvor habe ich die Professur für Romanische Sprachen (Italienisch und eine weitere romanische Sprache) an der Humboldt-Universität zu Berlin vertreten. Ich wurde 2020 an der Universität München (LMU) promoviert. Zudem war ich als Hochschuldozent und Forscher an der Universität Erlangen-Nürnberg und an der TU Dresden tätig.
In meiner Forschung beschäftige ich mich gleichermaßen mit Synchronie und Diachronie, wobei der Fokus auf der Schnittstelle zwischen Morphologie, Syntax und Semantik liegt. Ebenso spielen soziolinguistische Faktoren in meiner Forschungstätigkeit eine Rolle. Meine Forschung basiert primär auf eigener Feldforschung (experimentell und perzeptiv) und verortet sich zudem in der Korpuslinguistik (selbsterstellte und vorhandene Korpora). Hierbei kombiniere ich quantitative statistische Datenanalyse mit qualitativen Fallstudien.
Mein momentaner Forschungsschwerpunkt sind Adverbien und Adverbiale in den romanischen Sprachen, mit einem spezifischen Fokus auf süditalienischen Dialekten. Ich bin zudem Experte in historischer spanischer Linguistik und Skriptaforschung, darunter Graphem-Phonem-Korrespondenzen, Verbalmorphologie und Konditional- und Relativsatzgefüge. Zusätzlich forsche ich zu vorrömischen Substratsprachen (Sabellisch) und deren bis heute spürbaren Einfluss auf die gesprochenen italoromanischen Dialekte und zum Sprachkontakt Neapolitanisch-Spanisch seit aragonesischer Zeit bis heute. Zuletzt habe ich auch zum Brasilianischen Portugiesisch veröffentlicht, und zuvor zu französischen, englischen und deutschen Mehrworteinheiten.
Ich lehre italienische und spanische Sprachwissenschaft in allen Teildisziplinen, von Phonetik/Phonologie, über Syntax, bis zu Semantik und Pragmatik. Ich verfolge dabei, wenn möglich, einen partizipativen Ansatz und animiere meine Studierenden, selbst nachzuforschen und Fragestellungen zu entwickeln. Die Internationalisierung der Lehre ist mir ein besonderes Anliegen und schlägt sich in der Organisation zahlreicher Erasmus+ Blended Intensive Programmes und ähnlicher Veranstaltungen nieder.
Im Bereich der internationalen Forschungs- und Wissenschaftvernetzung bin ich momentan Sprecher des Leitungsgremiums des Arqus International Forum on Romance Studies innerhalb der Arqus University Alliance.